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Welche Ursachen hat Osteoporose?

Wie in der Einleitung erwähnt, gibt es grundsätzlich fünf verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung von Knochenschwund begünstigen.

1. Ernährung

Falsche Nahrung ist eine der häufigsten Ursachen, die Osteoporose auslösen. Dazu zählt auch Unterernährung, die durch eine unzureichende Aufnahme von Kalorien und Proteinen gekennzeichnet ist. Jedoch ist auch der Verzehr von zu vielen proteinhaltigen Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst nicht förderlich, da es zu einer erhöhten Säurebelastung mit einhergehender, übermäßigen Ausscheidung von Mineralstoffen und Spurenelementen kommen kann. Auch zu wenig Obst und Gemüse auf dem Speiseplan kann den Knochenschwund verursachen. Für viele Menschen zählen erstaunlicherweise auch phosphorsäurehaltige Getränke wie zum Beispiel Cola, aber auch sulfatreiches Mineralwasser zu den Risikofaktoren.

2. Störungen des Mikronährstoff-Haushalts

Störungen treten auf, wenn folgende Mikronährstoffe nicht ausreichend in Form von gesunder Nahrung vom Körper aufgenommen werden: Spurenelemente (Kupfer, Zink, Mangan, Silizium, Bor, Strontium), Vitamine (B6, B12, C, D3, K, Folsäure), das Verhältnis von Omega-6 zu Omega -3-Fettsäuren (optimal 5:1), Aminosäuren (L-Arginin, L-Lysin, L-Prolin)

3. Lebensstil

Auch Nachlässigkeiten im Lebensstil sind nicht zu unterschätzen, da sie über längeren Zeitraum ebenfalls Osteoporose verursachen können. Diese Faktoren lösen allerdings nicht nur Knochenschwund aus, sondern sind auch für einen Großteil von Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht verantwortlich, welche zusammen weltweit die meisten Todesopfer fordern. Deswegen sind folgende Hinweise nicht nur hilfreich um Osteoporose zu lindern und vorzubeugen, vielmehr tragen sie zur Gesundheitserhaltung des ganzen Körpers bei.

Durch die Wandlung der Berufsstruktur von körperlich anstrengenden Jobs hin zu Bürotätigkeiten, verbreitet sich das Problem Bewegungsmangel rasant. Ein hoher Prozentsatz der Menschen aus Erste Welt Regionen verbringen ihre Arbeitszeit Tag ein Tag aus im Sitzen. Hinzu kommt fehlender Sport als Ausgleich zum bewegungsarmen Berufsalltag.

Auch die sogenannte Immobilität spielt eine wichtige Rolle. Vor allem bei Patienten mit anderen Erkrankungen, die dadurch ans Bett gefesselt sind oder sich nur in eingeschränktem Ausmaß Bewegen können, besteht ein erhöhte Wahrscheinlichkeit an Knochenschwund zu erkranken. Desweiteren wirkt der übermäßige Konsum von Alkohol und Nikotin krankheitsfördernd. Um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun sollten Sie deshalb überdenken ob, dass tägliche Feierabendbier wirklich notwendig ist.

Auch die Entscheidung zum Nichtraucher zu werden, wirkt sich positiv aus und das nicht nur auf Osteoporose sondern auf die gesamte Gesundheit. Als letzter Faktor gilt die Überbelastung durch Stress, ebenfalls ein Phänomen unserer momentanen Gesellschaft. Wie heutzutage bekannt ist, führt Stress nicht nur zu Burn Out und Depressionen, sondern trägt auch maßgeblich zur Entwicklung von Osteoporose bei.

4. Äußere Einflüsse

Eine weitere tragende Rolle für die Entstehung von Knochenschwund, spielen eine Reihe von äußeren Risikofaktoren, wie beispielsweise bestimmte Arzneimittel. Häufige Verwendung von Cortison, Heparin, Antikoagulanzien, Barbiturate, Antiepileptika, einige Lipidsenker sowie orale Verhütungsmittel. Auch chronische Schwermetallbelastungen wirken begünstigen Osteoporose. Besonders häufig betroffen sind dabei Personen die Industrieberufe ausüben bei denen es zu Staubentwicklung (Schwermetallstaub) durch Bohren oder Schneiden kommt. Deswegen wird dringend geraten seinen Mund und damit auch Atemwege ausreichend zu schützen.

5. Weitere Faktoren

Als letztes zu erwähnen sind Einflussfaktoren die man teils kaum beeinflussen kann. Die Wahrscheinlichkeit an Knochenschwund zu erkranken hängt beispielsweise von Alter, Geschlecht, Genetik, Familienanamnese oder Körperbau ab. Auch Körperbau und damit einhergehendes Über- oder Untergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit die Krankheit zu erleiden. Die Fatalität dieser Ursachen liegt dabei in der fehlenden Möglichkeit einer Einflussnahme, da die meisten Faktoren dieser Kategorie angeboren sind.

Zu guter Letzt darf auch der Hormonhaushalt nicht vergessen werden, welcher größtenteils von der Schilddrüse geregelt wird. Auch kleinste Veränderungen dieses empfindlichen Systems wirken sich auf die Wahrscheinlichkeit von Osteoporose aus. Ebenso dürfen Störungen der Resorption und Verdauung als Ursache von Knochenschwund nicht außer Acht gelassen werden.

Zu diesen Störungen zählen auch andere Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, welche das Verdauungssystem schwer beeinträchtigen. In einigen Fällen kann man auch den Missbrauch von Abführmitteln als eine der Ursachen der Krankheit ausmachen.

Warum sind Frauen so häufig von Osteoporose betroffen?

In der Bundesrepublik leiden nach Schätzungen etwa 8 Millionen Menschen an Osteoporose. Mit diesem Ergebnis liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. Unter den 8 Millionen Knochenschwundpatienten befinden sich zum größten Teil Frauen (circa 83 Prozent). Gründe für die steigende Zahl der Betroffenen ist vor allem die hohe Lebenserwartung, sowie eine negative Veränderung des Lebensstil. Dazu zählt: zu wenig Bewegung, Alkohol und Nikotinkonsum sowie ungesunde Ernährung.

Ebenso spielen genetische Faktoren und die langandauernde Einnahme von Medikamenten eine tragende Rolle bei der Schädigung des Skeletts. Nun stellt sich aber die Frage warum hauptsächlich Frauen von Osteoporose betroffen sind. In vielen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Frauen ab 50 ein besonders hohes Risiko tragen, an Osteoporose zu erkranken. Rund 30 Prozent aller Frauen erleiden im Laufe ihres Lebens einen Wirbelbruch.

Besonders Frauen die sich bereits in den Wechseljahren oder der Menopause befinden sind besonders gefährdet. Der Hauptgrund für dieses steigende Osteoporose-Risiko ist die Veränderung im Hormonhaushalt, der einen Mangel von Östrogen hervorruft. Dieser Mangel am weiblichen Geschlechtshormon wirkt sich wiederrum negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirkt.

Ab der weiblichen Pubertät spielt, dass in den Eierstöcken gebildete Hormon die wichtigste Rolle beim Aufbau und Erhalt der Gipfelknochenmasse. Mit sinkendem Östrogenspiegel bildet sich bereits eine Vorstufe der Osteoporose, die sogenannte Osteopenie. In dieser Phase wird entweder zu wenig Knochenmasse aufgebaut oder zu viel davon abgebaut, wodurch das weibliche Skelett weniger belastbar wird.

Eine Möglichkeit diesem Mangel entgegenzuwirken, ist eine Hormontherapie bei der den Patientinnen in regelmäßigen Abständen Östrogen verabreicht wird. Der Nachteil dieser Behandlung ist allerdings das steigende Brustkrebsrisiko, welches aber erst in wenigen Studien festgestellt werden konnte, wodurch die Meinungen der Mediziner geteilt sind.